Wir verlassen bei Schönwetter Tokyo und kommen nach einer fast dreistündigen Bahnfahrt entlang fruchtbarer Reisfelder
im wolkenverhangenen Nikko an, einem Highlight bzw. Muss jeder Japanreise:
In Japan gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass man nie behaupten soll, man habe etwas Schönes und Wunderbares gesehen, wenn man Nikko nicht gesehen habe.
Wir starten am Beginn des Takino'o Pfades bei der Heiligen Shinkyo Brücke, eine rotlakierte 28m lange Brücke über den Daiya Fluss. Sie war der alte Eingang zum heiligen Bezirk.
Der Legende nach haben hier zwei Schlangen dem Priester Shodo-Shorin über den Daiya-gawa Fluss gebracht. Hier wurde die Brücke gebaut und Shodo zum Gründer von Nikko.
Wir gehen weiter zum Rinnoji Tempel, der im 8.Jh. auch von Shodo Shonin gegründet wurde - Shodo Shonin war Buddhist der Tendai Sekte.
Dieser älteste Tempel des Gesamtgeländes besteht aus mehreren Gebäuden; die Haupthalle (Sanbutsudo), die 1646 gebaut wurde (sie wird gerade renoviert und ist daher umhüllt), birgt die drei vergoldeten 8 Meter hohen Amida-Buddahs, eine Baton Kannon mit dem Pferdekopf (Tierschutzgöttin), eine tausendhändige Kannon (Beschützerin der Armen, Göttin der Barmherzigkeit) und die Portraits der Tempeläbte Tenkai und Ryogen.
(Das Bild verdanke ich einer mutigen Reisegefährtin, die sich über das Foto-Verbot hinwegsetzte)
Der Tempel wurde bis ins 19.Jh. immer von einem Oberabt geführt, der aus der Kaiserfamilie stammte. Er hatte großen Einfluss auf Tokugawa Ieyasu, den Gründer. Deshalb wurde es wahrscheinlich dem Shogun möglich auf dem Gelände begraben zu werden.
TOSHOGU Tempelanlage
Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Nikko bietet aber die Toshogu Tempelanlage um das Mausoleum des Tokugawa Ieyasu, dem 1. großen Shogun der Tokugawa Dynastie, die Japan vor 250 Jahren regierte; sie wurde 1634 vom Shôgun Iemisu Tokugawa (1604-1651), dem dritten Oberhaupt der Familie, zu Ehren seines Großvaters Ieyasu Tokugawa (1543-1616) und seines Vaters Hidetada Tokugawa (1579-1632) in Auftrag gegeben. Diese beiden, einflussreichsten Mitglieder der Familie, welche während der Edo-Zeit (1603-1868) die Geschicke Japans leitete, sind allerdings nicht hier begraben, sondern in der Stadt Nikko, in einem Tempel den Iemisu Tokugawa erbauen ließ. Ein Blick auf die Anlage, die in einem Wald gelegen aus über ein Duzend Gebäuden besteht.

Mit zahllose Holzschnitzereien und vielen Goldblättchen dekorierte Gebäude, wie sie in Japan, wo in der (shintoistische) Schrein-Architektur Einfachheit dominiert, nirgends zu sehen sind. Zu beachten ist, dass in Toshogu shintoistische und buddhistische Elemente vertreten sind. Bis zur Meiji-Periode wurde beide Religionen an gemeinsamen Plätzen praktiziert. In der Meiji-Periode wurden dann Shintoismus und Buddhismus getrennt - eine Trennung, die in Toshogu nie ganz gelungen ist.
Das Eingangstor Omotemon
Die fünfstöckige Pagode beim Eingang
Das üppig dekorierte Yomei-mon oder Sonnentor
Der Heilige Stall und die drei Affen
Das Kara-mon Tor
Das Hauptgebäude des Schreins, das aus dem Haiden, der Gebetshalle, und der Haupthalle Hoden besteht
Die Katze - auch eine bekannte Schnitzarbeit
Nach vielen Stufen gelangt man zum Grab des Ieyasu, der 1600 in der
Schlacht von Skigahara die Anhänger seines Vorgängers Hideyori (+1598) besiegte, und dann fast unbeschränkte Macht und Reichtum erlangte. 1603 wurde er vom Kaiser zum Shogun ernannt und errichtete seinen Regierungssitz in Edo (Tokyo).giert Die Tokugawa Shogunen regierten 250 Jahre.
Wir gehen weiter zum Futarasa Shrine
Dieser Schrein ist Teil des
Nikko-san’nai, einer Stätte des
UNESCO-Weltkulturerbes, zu dem zahlreiche weitere Kulturdenkmäler, unter anderem auch der
Rinnō-ji gehören. Der Schrein ist den
Kami (Naturgeister, Gespenster) dreier Berge gewidmet:
Nantai-san, Nyoho-san und Taro-san. Sie heißen (Wikipedia)
- Onamuchi no Mikoto (der Gott, der dieses Land geschaffen haben soll)
- Tagorihime no Mikoto (eine seiner Frauen)
- Ajisukitakahikone no Mikoto (ein Kami der Landwirtschaft).
Die Gebetshalle des Schreins (
Haiden) ist sehr schlicht und einfach gestaltet. Dahinter steht mit der Haupthalle des Schreins (
Honden) aus dem Jahre
1619 das älteste Gebäude des Nikko-san’nai.
Nach der dreistündigen Rückfahrt nach Tokyo gab's noch ein sehr originelles und köstliches Hamameshi Essen