Freitag, 13. Oktober 2017

13.10. Letzter Tag in Tokyo

Heute ist ein Regentag. Wir fahren nach dem Frühstück zum Mori Tower, Roppongi Hills, und besuchen im 52. Stockwerk das Mori Art Museum mit einer Ausstellung über moderne Ostasiatische Kunst "Sunshower II: Contemporary Art from South East Asia" und die Aussichtsterrasse.


Liew Kung Yu (Kuala Lumpur) "Concrete Jungle"


Kissers in the park (2016)


Tith Kanitha "Hut's Tep Soda Chan (Hut of Angel)"

. .


Zwei kleine Prinzessinnen, die sich beim Verlassen des Mori Towers mit Vergnügen präsentierten

Den verregneten Nachmittag verbringen wir in der Umgebung des Tokyo-Plaza auf der Ginza


                        


                         

 Abends fahren wir wieder ins Zentrum ins Shabusen, wo wir Shabu-Shabu  essen:  sehr gut!



                        



Dann heißt's Abschied nehmen von Hiroshi, 


der uns in Tokyo und Umgebung immer mit Rat und Tat zu Seite stand.

12.10. Nikko: Rinnoji Tempel - Toshugo Shrine - Futarasan Shrine

Wir verlassen bei Schönwetter Tokyo und kommen nach einer fast dreistündigen Bahnfahrt entlang fruchtbarer Reisfelder
im wolkenverhangenen Nikko an, einem Highlight bzw. Muss jeder Japanreise:
In Japan gibt es ein Sprichwort, das besagt, dass man nie behaupten soll, man habe etwas Schönes und Wunderbares gesehen, wenn man Nikko nicht gesehen habe.
Wir starten am Beginn des Takino'o Pfades bei der Heiligen Shinkyo Brücke, eine rotlakierte 28m lange Brücke über den Daiya Fluss.  Sie war der alte Eingang zum heiligen Bezirk. 
Der Legende nach haben hier zwei Schlangen dem Priester Shodo-Shorin über den Daiya-gawa Fluss gebracht. Hier wurde die Brücke gebaut und Shodo zum Gründer von Nikko.

Wir gehen weiter zum Rinnoji Tempel, der im 8.Jh. auch von Shodo Shonin gegründet wurde - Shodo Shonin war Buddhist der Tendai Sekte.
Dieser älteste Tempel des Gesamtgeländes besteht aus mehreren Gebäuden; die Haupthalle (Sanbutsudo), die 1646 gebaut wurde (sie wird gerade renoviert und ist daher umhüllt), birgt die drei vergoldeten 8 Meter hohen Amida-Buddahs, eine Baton Kannon mit dem Pferdekopf (Tierschutzgöttin), eine tausendhändige Kannon (Beschützerin der Armen, Göttin der Barmherzigkeit) und die Portraits der Tempeläbte Tenkai und Ryogen. 
(Das Bild verdanke ich einer mutigen Reisegefährtin, die sich über das Foto-Verbot hinwegsetzte)

Der Tempel wurde bis ins 19.Jh. immer von einem Oberabt geführt, der aus der Kaiserfamilie stammte. Er hatte großen Einfluss auf Tokugawa Ieyasu, den Gründer. Deshalb wurde es wahrscheinlich dem Shogun möglich auf dem Gelände begraben zu werden.

TOSHOGU Tempelanlage

Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten in Nikko bietet aber die Toshogu Tempelanlage um das Mausoleum des Tokugawa Ieyasu, dem 1. großen Shogun der Tokugawa Dynastie, die Japan vor 250 Jahren regierte; sie wurde 1634 vom  Shôgun Iemisu Tokugawa (1604-1651), dem dritten Oberhaupt der Familie, zu Ehren seines Großvaters Ieyasu Tokugawa (1543-1616) und seines Vaters Hidetada Tokugawa (1579-1632) in Auftrag gegeben. Diese beiden, einflussreichsten Mitglieder der Familie, welche während der Edo-Zeit (1603-1868) die Geschicke Japans leitete, sind allerdings nicht hier begraben, sondern in der Stadt Nikko, in einem Tempel den Iemisu Tokugawa erbauen ließ. Ein Blick auf die Anlage, die in einem Wald gelegen aus über ein Duzend Gebäuden besteht. 

Mit zahllose Holzschnitzereien und vielen Goldblättchen dekorierte Gebäude, wie sie in Japan, wo in der (shintoistische) Schrein-Architektur Einfachheit dominiert, nirgends zu sehen sind. Zu beachten ist, dass in Toshogu shintoistische und buddhistische Elemente vertreten sind. Bis zur Meiji-Periode wurde beide Religionen an gemeinsamen Plätzen praktiziert. In der Meiji-Periode wurden dann Shintoismus und Buddhismus getrennt - eine Trennung, die in Toshogu nie ganz gelungen ist.

Das Eingangstor Omotemon 

Die fünfstöckige Pagode beim Eingang


Das üppig dekorierte Yomei-mon oder Sonnentor


Der Heilige Stall und die drei Affen



                             
Das Kara-mon Tor    

Das Hauptgebäude des Schreins, das aus dem Haiden, der Gebetshalle, und der Haupthalle Hoden besteht
Die Katze - auch eine bekannte Schnitzarbeit

Nach vielen Stufen gelangt man zum Grab des Ieyasu, der 1600 in der 


Schlacht von Skigahara die Anhänger seines Vorgängers Hideyori (+1598) besiegte, und dann fast unbeschränkte Macht und Reichtum erlangte. 1603 wurde er vom Kaiser zum Shogun ernannt und errichtete seinen Regierungssitz in Edo (Tokyo).giert Die Tokugawa Shogunen regierten 250 Jahre.

Wir gehen weiter zum Futarasa Shrine 
Dieser Schrein ist Teil des Nikko-san’nai, einer Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes, zu dem zahlreiche weitere Kulturdenkmäler, unter anderem auch der Rinnō-ji gehören.  Der Schrein ist den Kami (Naturgeister, Gespenster) dreier Berge gewidmet: Nantai-san, Nyoho-san und Taro-san. Sie heißen (Wikipedia) 
  • Onamuchi no Mikoto (der Gott, der dieses Land geschaffen haben soll)
  • Tagorihime no Mikoto (eine seiner Frauen)
  • Ajisukitakahikone no Mikoto (ein Kami der Landwirtschaft).
Die Gebetshalle des Schreins (Haiden) ist sehr schlicht und einfach gestaltet. Dahinter steht mit der Haupthalle des Schreins (Honden) aus dem Jahre 1619 das älteste Gebäude des Nikko-san’nai.




 

Nach der dreistündigen Rückfahrt nach Tokyo gab's noch ein sehr originelles und köstliches  Hamameshi Essen

Mittwoch, 11. Oktober 2017

11.10. Kamakura - Daibutsu (Großer Buddha) - Hasedera Tempel - Tokyo: Shitamachu Museum

Wieder ein sehr schöner sonniger Tag bis 26 Grad. Wir fahren schon um 7:50h ab nach Kamakura - eine 174.000 Einwohnerstadt mit zahlreichen Tempeln, Schreinen und Gärten - die etwa 1 1/2 h Metro- und Zugfahrt entfernt am Meer liegt. 
Von 1192-1333 war Kamakura politisches und militärisches Zentrum Japans, damals erlebte der Zen-Buddhismus eine erste Blüte. 
Unser erstes Ziel ist der Daibutsu (der große Buddha), eine über 13m hohe Figur aus dem Jahr 1252. Sie befand sich in einer Tempelhalle, die 1495 einer Flutwelle zum Opfer fiel. Heute sitzt der Große Buddha im Freien, wo seine harmonische Ausstrahlung besonders zur Geltung kommt. 
Auch wir verewigen uns mit dem Großen Buddha

                  

Von hier wandern wir zum nahen Hasedera Tempel. Er gehört zur Bando Sanjusankasho, einer Pilgerreise, die der Göttin Kannon gewidmet ist und aus 33 Tempeln besteht. Der Hasedera ist der 4. in der Liste.
Der Hase-dera, früher Kaikōzan Jishōin Hase-dera genannt, ist einer der großen buddhistischen Tempel in Kamakura. Er ist für seine Kannon-Statue aus massivem Holz bekannt, die Hase Kannon genannt wird und übertragen der Tempel auch. Er ist einer der 33 Tempel auf der Pilgerstrecke Bandō Sanjūsankasho, die Kannon, der Göttin der Barmherzigkeit, gewidmet ist.

                         

Die Kannon-Statue des Hase-dera ist mit einer Größe von 9,18 m die größte Kannon-Statue aus Holz in Japan. Sie wurde aus massivem Kampherholz geschnitzt und mit Goldauflagen verziert. Die 11 Köpfe repräsentieren die verschiedenen Stufen auf der Suche nach Erleuchtung. Die Statue ist auch unter der Bezeichnung Hase-Kannon bekannt. Sie ist insofern einzigartig, da sie in der rechten Hand einen Metallstab hält und in der linken Hand eine Vase mit einer Lotosblume.

Der Legende nach ist diese Kannon eine von zwei Statuen, die von einem Mönch namens Tokudo im Jahre 721 geschnitzt wurden. Der Baumstamm soll so groß gewesen sein, dass man sich entschied zwei Statuen aus ihm anzufertigen. Eine Statue wurde im Hase-dera in Nara, in der damaligen Provinz Yamato, eingeschreint. Die andere ließ man auf das offene Meer treiben. Sie sollte selbst einen Platz finden, mit dem ihr Karma in Verbindung stand. Die Statue wurde am 18. Juni im 8. Jahr Tempyō (736) in Nagai auf der Miura-Halbinsel nahe Kamakura angespült. Die Statue wurde geborgen und nach Kamakura gebracht. Hier errichtete man daraufhin den Tempel Hase-dera und schreinte die Statue ein.

Links neben der Kannon-dō schließt sich das Hōmotsukan an, ein Museum. Hier können Fundstücke besichtigt werden, die während der Restauration des Tempels gefunden wurden. 


                           

Auf dem Weg hinauf zur zweiten Ebene befindet sich ein Inari-Schrein. Hier findet man auch die Jizō-dō und hunderte kleine Jizō-Statuen. In der Vergangenheit wurden sie von Eltern aufgestellt. Jizō ist die Schutzgottheit der Kinder. Heutzutage stammen die Statuen von Eltern, die eine Fehlgeburt, Totgeburt oder Abtreibung erfahren haben. Jizō soll über die Seelen der gestorbenen Kinder wachen. Die Statuen verbleiben für ein Jahr an ihrem Platz. Danach werden sie begraben oder verbrannt, um neuen Statuen Platz zu machen. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden bereits über 50.000 Figuren aufgestellt.




                   

Zurück in Tokyo um 15:30h besuchen wir im Ueno Park das  Shintamachi Museum über das Alltagsleben in Tokyo in der Taisho Ära (1912-1926), die Zeit des Tenno Taisho , der Meiji folgte 

                      

Abends genießen wir mit Theres und René noch ein herrliches Sushi-Dinner